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Fotos in der Clubzeitschrift

  1. Neuer Benutzer
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    Standard Fotos in der Clubzeitschrift
    Sehr geehrtes Forum,
    ich bräuchte zu einer aktuellen Situation eine Meinung.

    Ein Mitglied eines Golfclubs fotografiert gerne und will zusammen mit dem Management einen Golfkalender erstellen. Dafür wird dem Manager eine CD mit Fotos der Golfanlage überreicht. Gleichzeitig wird dem Club erlaubt, die Fotos auf einem Monitor im Clubhaus zu zeigen. Der Golfclub gehört einem Betreiber, dem ca. 10 Anlagen gehören.

    3 Monate später wird der Manager entlassen und ein weiterer Monate später entdeckt dieses Mitglied vom Club, daß seine Fotos, die für den Kalender gedacht waren in der zentralen Clubzeitschrift der Golfclubs (es handelt sich um die Zeitschrift für den Verbund des Betreibers) ohne Genehmigung und ohne Quellenverweis erschienen sind. Die Fotos wurden zudem ohne Genehmigung vom Golfclub an den Verlag der Zeitschrift geschickt. Die Auflage dieser Ausgabe der Zeitschrift lag bei 14.500 Stück.

    Das Mitglied hat sich daraufhin beim Management des Golfclubs beschwert, worauf hin er eine eMail von der Verlegerin der Zeitschrift bekam. Diese beteuert nicht gewußt zu haben, daß diese Bilder nicht dem Golfclub gehören. Als Entschädigung bietet die Verlegerin dem Mitglied ein Interview & die Möglichekit auf diesem Weg in der neuen Ausgabe der Clubzeitschrift sich und die eigenen Fotos zu präsentieren.

    Das Mitglied willigt ein und schreibt "im Prinzip ist es kein Problem, wenn Sie meine Bilder in Ihrer Zeitschrift abdrucken"

    Bevor es zum Druck der nächsten Auflage der Zeitschrift kommt zerwerfen sich der Golfclub und das Mitglied, der Golfer verläßt den Club. Im Gegenzug wird das Interview nicht gedruckt.

    Meine Frage: Wie sieht es in diesem Fall mit dem Urheberrecht aus? Wie wird das Zugeständnis "es sei im Prinzip im Ordnung" gewertet, wenn die Gegenseite das versprochene Interview nie gedruckt hat? Wie hoch kann der Schadenersatzanspruch sein?

    Vielen Dank und alles Gute für 2010.

  2. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Fotos in der Clubzeitschrift
    Wie sieht es in diesem Fall mit dem Urheberrecht aus? Wie wird das Zugeständnis "es sei im Prinzip im Ordnung" gewertet, wenn die Gegenseite das versprochene Interview nie gedruckt hat?
    Ja, wird es, es sei denn, es wurde ausdrücklich an die Bedingung geknüpft. Das kann ich der Schilderung nicht entnehmen. Hier müsste man aber alle Vereinbarungen konkret beurteilen (was wir hier nicht können oder dürfen)
    Wie hoch kann der Schadenersatzanspruch sein?
    Hier würde ich, unabhängig von den o.g., keine Ansprüche sehen, da der Urheber der Veröffentlichung (nachträglich) zugestimmt hat und von der Veröffentlichung Kenntnis hatte und diese geduldet hat.

    Meine Meinung: Dumm gelaufen für den Urheber, wenn er nichts vernünftiges in der Hand hat.
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

  3. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Fotos in der Clubzeitschrift
    Die Fotos wurde OHNE jegliche Genehmigung weitergeleitet UND veröffentlich, und das ohne jeglichen Angaben einer Quelle.

    von der Veröffentlichung Kenntnis hatte und diese geduldet hat
    Das ist der Punkt, der Fotograf hatte keine Kenntnis von der Veröffentlichung und hat diese auch nicht geduldet. Er nach der Veröffentlichung hat er davon erfahren und den Club informiert. Der Rest, wie im ersten Postung beschrieben, wurde dann per eMail ausgemacht, auch das Interview. Warum sollte es blöd für den Urheber gelaufen sein, wenn der Urheberrechtsbrecher nie für die Rechte gezahlt hat und auch das schriftlich zugesagte Interview nie gedruckt hat?

  4. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Fotos in der Clubzeitschrift
    Zitat Zitat von CGamio Beitrag anzeigen
    Meine Frage: Wie sieht es in diesem Fall mit dem Urheberrecht aus? Wie wird das Zugeständnis "es sei im Prinzip im Ordnung" gewertet, wenn die Gegenseite das versprochene Interview nie gedruckt hat?
    Wenn man unterstellt, daß die Beteiligten damit wirksam einen mündlichen Vertrag abgeschlossen haben, wäre die Zeitschrift vertragsbrüchig und könnte auf Erfüllung in Anspruch genommen werden.

    Sollte die Zeitschrift dann behaupten "sowas haben wir nie versprochen", schießt sie sich selbst ins Bein, denn sie braucht für die Veröffentlichung der Fotos eine wirksame Einwilligung des Urhebers (Fotograf), und die hat sie nicht.

    Und damit macht sie sich schadensersatzpflichtig, setzt sich Unterlassungsansprüchen aus usw., also z.B. einer anwaltlichen Abmahnung.

    Wie hoch kann der Schadenersatzanspruch sein?
    Wenn eine unzulässige Veröffentlichung eines Fotos vorliegt, bestehen als Ansprüche:

    - Honorar im Sinne der sog. "Schadensersatzanalogie", d.h. der Urheber hat Anspruch auf das "marktübliche Entgelt", das hätte gezahlt werden müssen, wenn ordnungsgemäß lizensiert worden wäre.

    - Bei Fehlen der Urheberbezeichnung ein Aufschlag auf dieses Honorar von bis zu 100 Prozent.

    - Anspruch auf Abgabe eine strafbewehrten Unterlassungsverpflichtung.

    - Bei Nachweis eines bezifferbaren materiellen Schadens über obiges hinaus Schadensersatz.

    - Ersatz der Anwaltskosten usw.

    Grundsätzlich liegt die Pflicht beim Nutzer eines geschützten Werkes, den Nachweis zu führen, daß er die erforderlichen Nutzungsrechte eingeräumt bekommen hat. Die Einräumung von Nutzungsrechten folgt dem "Sparsamkeitsprinzip", d.h. im Zweifelsfalle wird davon ausgegangen, daß nur die für den jeweiligen Vertragszweck unbedingt erforderlichen Nutzungsrechte eingeräumt werden sollten.

    ________________________________________________
    Auch das neue "Rechtsdienstleistungsgesetz" (das Meinungen und Kommentare zu Einzelfällen ausdrücklich zulässt) ändert nichts daran, daß es sich bei allen Aussagen, Informationen und Meinungen zu rechtlichen Fragen ausschließlich um die allgemeine Betrachtung der Rechtslage handelt, nicht aber um die "Besorgung fremder Rechtsgeschäfte im Einzelfall" und auch nicht um einen "Rechtsrat".
    Logisch irgendwie, oder?
    Was ich schreibe, ist nicht als "Rechtsberatung im Einzelfall" zu verstehen.

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