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Frage

  1. Neuer Benutzer
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    Frage Frage
    Hallo Community,

    ich habe einige Frage bezüglich des deutschen Urheberrechts.

    Wenn man für einen Kunden ein Video bearbeitet (inkl. Schnitt, DVD-Menü-Erstellung, Cover-Gestaltung...) und es dann dem Kunden zum Vertrieb,
    also Verkauf übergibt, muss dann ein Lizenzvertrag oder ähnliches geschlossen werden?
    Die Urheberrechte sollen also beim "Kreativen" bleiben, das Nutzungs-, oder Vertriebsrecht soll allerdings der Kunde erhalten.
    Muss so etwas gesondert verschriftlicht werden, wenn ja in welcher Form?

    Habe leider so gut wie keine Ahnung von solchen Dingen, musste mich bisher auch noch gar nicht mit solchen auseinander setzen.

    Gruß

  2. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Frage
    Die Antworten dazu stehen eigentlich im UrhG. Auch wenn ich hier einen kurzen Überblick geben kann, muss man das dort noch vertiefen.

    Zunächst muss man hier zwei Dinge betrachten: Das Original und die bearbeitete Version.

    1. Das Original. Hier ist der Kunde der Urheber und hat alle diesbezüglichen Rechte. Er kann entscheiden, was wer damit machen darf und kann. Und das auch über die Bearbeitung hinweg. Er hat an dem Original unabhängig von der bearbeioteten Version alle im Urhebergesetz festgelegten rechte. Er kann z.B. das original auch anderen zur Bearbeitung überlassen, es veröffentlichen, verwerten ....
    2. Die bearbeitete Version: Diese stellt eine Bearbeitung des (Original)Werkes im Sinne des Urheberrechts dar (ich gehe davon aus, dass der Bearbeiter vom Kunden ein entsprechenden Auftrag bekommen hat). Der Kunde behält also alle Rechte am Original. Der Kunde kann aber die Verwendung einschränken (Weitergabe der Bearbeitung ...)
    Zusätzlich ensteht ein neues Werk, das wie ein eigenständiges Werk behandelt wird. Von diesem ist der Bearbeiter der Urheber und hat somit alle Rechte daran. Er kann entscheiden wer was damit machen kann und darf. Es ist also unabhängig vom Urheber des Originals. Theoretisch kann der Bearbeiter das neue Werk, wenn der Kunde keinen Einschränkung der Verwendung gemacht hat) auch an Dritte weitergeben, Lizenzen vergeben ...

    Soweit zu den allgemeinen Rechten, kurz umrissen. Das ist bei irgendwelchen Vereinbarungen natürlich komplexer, aber das würde den Rahmen hier sprengen und kann auch nur im Einzelfall betrachtet werden. Solange nichts vereinbart wird, gilt grob umrissen das oben geschilderte.

    Für Vereinbarungen im Urheberrecht ist keinen Form vorgeschrieben, es bedarf also keiner schriftlichen Vereinbarungen. Allerdings ist dann die Beweiskraft in einem möglichen Rechtsstreit sehr schwer, wenn nichts festgehalten wird. Dann wird möghlicherweise davon ausgegangen, dass das Urheberrecht in der gesetzlichen Form vorliegt - mit allen Vor- und Nachteilen. Wenn alos etwas vereinbaret werden soll, sollte man dies immer schriftlich machen und keine mündlichen Nebenabreden treffen. Nur so kann man mögliche Unklarheiten von vornherein vermeiden.
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

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