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Nachnahme Sendung erhalten & nicht bezahlt - Rechtliche Konsequenzen?

  1. Neuer Benutzer
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    Standard Nachnahme Sendung erhalten & nicht bezahlt - Rechtliche Konsequenzen?
    Hallo,

    Folgender Fall hat sich ereignet:
    Eine Sendung von mittlerem Wert (ca 350€) wird per Nachnahme bestellt (ganz sicher Nachnahme!), der eigentliche Empfänger ist bei Zustellung der Ware nicht zuhause.
    Ein anderer Bewohner der Wohnung nimmt die Ware in Empfang und fragt ZWEIMAL ob es denn keine Nachnahmesendung sei. Der Bote verneint diese Anfragen und händigt das Paket aus.

    Auf der dem Paket beiliegenden Rechnung steht allerdings ausdrücklich "Nachnahme" geschrieben, und auch in den Geschäftsbedingung ist Nachnahme ja definiert als Zahlung bei Erhalt der Ware.

    Fragen die sich stellen:

    Kann der nicht bezahlte Betrag jetzt noch eingefordert werden? Falls ja, auf welcher Grundlage? (Es wurde ja mehrmals nachgefragt)
    --> Gibt es eine Frist (2 Jahre?) , ab der nichts mehr passieren kann?

    Erwachsen bei "sich-nicht-beim-Unternehmen-melden" rechtliche Schwierigkeiten? Oder sind in solch einem Fall alle rechtlichen Sicherheiten auf Seiten des Verbrauchers? (der ja alles richtig gemacht hat! und sich (da er es vertretend angenommen hat) nur nicht sicher war ob es wirkl. 100% nachnahme war)
    --> Müsste die Post für das Versäumnis aufkommen?

    Vielen Dank!

  2. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Nachnahme Sendung erhalten & nicht bezahlt - Rechtliche Konsequenzen?
    Kann der nicht bezahlte Betrag jetzt noch eingefordert werden? Falls ja, auf welcher Grundlage? (Es wurde ja mehrmals nachgefragt)
    Natürlich. Die Bezahlung ist rechtlich geregelt, und zwar das bezahlt wird. Wie bezahlt wird, ist dem Gesetz (fast) egal. Der Anspruch auf Bezahlugn ergibt sich also aus dem Gesetz und ist von der vereinbarten Art unabhängig.
    --> Gibt es eine Frist (2 Jahre?) , ab der nichts mehr passieren kann?
    Ja, die normale Verjährungsfrist für Forderungen. Man beachte aber, dass die durch Mahnungen oder Zugeständnis der Schuld immer neu zu laufen beginnt.
    Erwachsen bei "sich-nicht-beim-Unternehmen-melden" rechtliche Schwierigkeiten? Oder sind in solch einem Fall alle rechtlichen Sicherheiten auf Seiten des Verbrauchers? (der ja alles richtig gemacht hat! und sich (da er es vertretend angenommen hat) nur nicht sicher war ob es wirkl. 100% nachnahme war)
    Der Käufer ist verpflichtet zu zahlen. Ob er sich jetzt beim Verkäufer meldet oder dieser entsprechende Maßnahmen (Mahnungen, Verfahren) einleitet ist nebensächlich. Der Käufer sitzt immer am kürzeren Hebel.
    Allein aus Gründen der Fairness empfiehlt es sich aber, dass der Käufer mal nachfragt. Oder die Moral ist auch hier am Geld festgemacht, dann erübrigt sich das, aber das würde dann in einem Verfahren auch berücksichtigt.
    --> Müsste die Post für das Versäumnis aufkommen?
    Wenne s keine Nachnahme war, warum sollte die Post dafür aufkommen? Woher soll der Postbote wissen was auf der Rechnung steht? War es aber tatsächlich eine Nachnahme und der Postbote hat nur nicht kassiert (was eher unwahrscheinlich ist), dürfte das Problem etwas schwieriger werden. Dann wird sich der Verkäufer darum schon kümmernm, denn er wird sein Geld auch nicht bekommen. Die Post (oder DHL) kommt garantiert nicht dafür auf.
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

  3. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Nachnahme Sendung erhalten & nicht bezahlt - Rechtliche Konsequenzen?
    Der letzte Beitrag ist natürlich schon was älter, aber ich habe da noch ein paar Fragen.

    Wenn die Post eine Nachnahmesendung einfach einwirft, da niemand anzutreffen war, also keine Gebühr kassiert, wie sieht dann die rechtliche Situation konkret aus?

    Ein Nachweis der Zustellung existiert ja eigentlich nicht.
    Die Post muss nicht haften, wenn es nicht gerade ein Paket gewesen ist.
    Kann der Verkäufer trotzdem den Käufer irgendwie belangen?
    Er könnte sich theoretisch ja herausreden, die Sendung nie bekommen zu haben?

    Hat die Unterschrift des Nachbarn bei Sendungsentgegennahme eigentlich rechtlichen beweiswert?
    D.h. ja nicht automatisch das das Ganze dann auch entsprechend ausgeliefert worden ist an den eigentlichen Adressaten.
    Kann der Nachbar bei fehlender Übergabe der Sendung haftbar gemacht werden?
    Im allgemeinen wird bei Nachnahme natürlich nicht an Nachbarn ausgeliefert.

    Danke im Voraus!

  4. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Nachnahme Sendung erhalten & nicht bezahlt - Rechtliche Konsequenzen?
    Ich würde sagen, dass der Verkäufer weiterhin einen Anspruch auf Zahlung des Betrages hat. Dabei muss beachtet werden, dass das Zahlungsmittel vertraglich auf Nachname festgelegt wurde, also der Kunde darauf bestehen kann, dass er das Geld in Bar an seinem Wohnort übergeben kann. Mir fällt auch kein rechtlicher Aspekt ein, nachdem man dieses Ergebnis "korrigieren" könnte; mir scheint es auf der einen Seite nicht sonderlich gerecht, wenn der Kunde ohne weiteres auch per Überweisung zahlen könnte. Andererseits hatte er ja auch schon gewissen Aufwand, etwa das Bargeld abzuheben und letztlich ist genau das vertraglich vereinbart gewesen.

    Beim "Herausreden" käme eine Strafbarkeit wegen Betrugs in Betracht.

    Bei Unterschrift durch den Nachbarn wurde das Paket zugestellt, allerdings nicht beim Empfänger. Nach meiner Ansicht ist der Nachbar als Empfangsbote zu qualifizieren, sodass sein Handeln noch im Risikobereich des Verschickenden liegt. Anders wäre es, wenn der Nachbar ein Empfangsvertreter wäre (etwa, weil er gegenüber DHL als Empfänger benannt wurde).

    Der Nachbar hat Besitz an der Ware erlangt. Ansprüche auf Besitzübertragung sind zahlreich im BGB vertreten.
    Ich kann mit meinen Beiträgen nur einen Ausschnitt des Rechts abdecken und auch nur meine eigene Position aufzeigen. Im Recht hängt viel von Argumentation ab. Ich bitte daher zu beachten, dass meine Beiträge keinen anwaltlichen Rat ersetzen können.

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