Ergebnis 1 bis 23 von 23

Betsellung in Onlineshop und dann falscher Preis?

  1. Neuer Benutzer
    Registriert seit
    10.11.2009
    Beiträge
    3
    Standard Betsellung in Onlineshop und dann falscher Preis?
    Hallo Leute,

    meine Gefühle spielten verrückt, heute.

    Zuerst habe ich per Zufall ein super Schnäppchen bei einem Onlineshop (der seine Ware über guenstiger.de listet) geschossen. Meine Gefühle befanden sich auf einem Hochpunkt.
    Das dachte ich auf jeden Fall.

    Denn nach dem ich den Artikel (LCD Fernseher) bestellt habe, bekam ich zunächst eine autmatisierte Auftragsbestätigung, in der der Artikel, meine Liefer- und Rechnungsanschrift, BEstellnummer, Versandart, die Kontodaten des Verküfers, sowie der Preis, zu dem ich den Artikel im Onlineshop auch bestellt habe, gelistet war.

    Über dem "Bestätigungskopf" steht folgender Absatz:

    Vielen Dank für Ihre Bestellung bei
    ***
    Diese E-Mail dient lediglich zur Information, dass
    Ihre Bestellung bei uns eingegangen ist.
    Die Erklärung der Annahme des Vertragsangebotes
    erfolgt durch die Auslieferung der Ware
    oder eine ausdrückliche Annahmeerklärung.
    Sobald wir Ihre Zahlung in unserem System
    verbuchen können, erfolgt die weitere Bearbeitung
    Ihrer Bestellung.
    Ihre Bestellung wird nach dem Zahlungseingang
    direkt von unserem Lieferanten innerhalb weniger
    Tage an Sie versandt.
    Dieser Absatz steht auch als Klausel in den AGBs..

    Nun zum Tiefpunkt meiner heutigen Laune

    Ca. eine Stunde später erhielt ich erneut eine Email des Verkäufers.
    Dort sie einen falschen Preis auf der Homepage hatten und der Fernseher beträchtlich teurer sei.Ich solle nun kein Geld überweisen, könnte die Glotze aber zum "richtigen" teureren Preis kaufen...


    Hab ich da irgend wie die Chance den Fernseher trotzdem zu dem Preis, wie ich ihn bestellt habe zu bekommen


    MfG kunks

  2. Erfahrener Benutzer
    Registriert seit
    26.07.2007
    Beiträge
    1.867
    Standard AW: Betsellung in Onlineshop und dann falscher Preis?
    Der Sinn, dass du das Verkaufsangebot abgibst und der Händler dies annimmt, ist ja nun mal, dass der Händler noch mal schauen kann, ob der Preis falsch ausgezeichnet war o.Ä.. Ich sehe hier keine Möglichkeit.
    Ich kann mit meinen Beiträgen nur einen Ausschnitt des Rechts abdecken und auch nur meine eigene Position aufzeigen. Im Recht hängt viel von Argumentation ab. Ich bitte daher zu beachten, dass meine Beiträge keinen anwaltlichen Rat ersetzen können.

  3. Erfahrener Benutzer
    Registriert seit
    26.03.2007
    Beiträge
    8.430
    Standard AW: Betsellung in Onlineshop und dann falscher Preis?
    Und als Ergänzung:
    Die Bestätigung war keine Annahme des Kaufangebots, sondern die gesetzlich geforderte Übermittlungsbestätigung.

    Zu dem Preis: Wenn der immer noch (oder morgen) falsch da steht, sollte man sich das von einem Anwalt dokumentieren lassen und dann den ausgezeichneten Preis fordern, denn dann war es definitv kein Irrtum mehr, sondern ein Lockangebot ...
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

  4. Neuer Benutzer
    Registriert seit
    10.11.2009
    Beiträge
    3
    Standard AW: Betsellung in Onlineshop und dann falscher Preis?
    Guten Morgen,

    danke erstmal für eure Antworten

    der Preis ist im Onlineshop gestern noch geändert worden.
    Auch bei guenstiger ist der Preis nun der richtige.

    @aaky
    Du sagst das es sich bei der email um keine Annahme des Kaufangebots, sondern der gesetzlich geforderten Übermittlungsbestätigung handelt.

    Dann versteh ich aber nicht, warum der Verkäufer da schon seine Kontodaten, die genaue Artikelbezeichnung und den Preis usw. mit angibt.
    Damit denke ich doch schon, dass der Vertrag zustande gekommen ist.
    Es stand ja sogar schon drin, dass der Artikel nach Eingang des Geldes innerhalb von 2-4 Tagen versendet wird...

    Von anderen Onlinehändlern bei denen ich schonmal was bestellt habe, bekam ich direkt nach der Bestellung eine email ala "Vielen Dank für Ihre Bestellung, wir werden Ihre Bestellung so schnell wie möglich bearbeiten"....

    Ich denke halt, dass der Verkäufer, wenn der Preis denn richtig gewesen wäre, keine weitere email an mich verschickt hätte.

    Er hat meiner Meinung nach den Vertrag durch seine email angenommen, innerhalb dieser aber ein Zustandekommen des Vertrages über seine AGBs wieder ausgeschlossen.

    Das kann doch irgendwie nicht sein..

  5. Erfahrener Benutzer
    Registriert seit
    26.03.2007
    Beiträge
    8.430
    Standard AW: Betsellung in Onlineshop und dann falscher Preis?
    Du sagst das es sich bei der email um keine Annahme des Kaufangebots, sondern der gesetzlich geforderten Übermittlungsbestätigung handelt.
    Genau. Hier mal die rechtliche Grundlage
    BGB § 312c Unterrichtung des Verbrauchers bei Fernabsatzverträgen
    (1) Der Unternehmer hat dem Verbraucher rechtzeitig vor Abgabe von dessen Vertragserklärung in einer dem eingesetzten Fernkommunikationsmittel entsprechenden Weise klar und verständlich und unter Angabe des geschäftlichen Zwecks die Informationen zur Verfügung zu stellen, für die dies in der Rechtsverordnung nach Artikel 240 des Einführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuche bestimmt ist. ...
    (2) Der Unternehmer hat dem Verbraucher ferner die Vertragsbestimmungen einschließlich der Allgemeinen Geschäftsbedingungen sowie die in der Rechtsverordnung nach Artikel 240 des Einführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuche bestimmten Informationen in dem dort bestimmten Umfang und der dort bestimmten Art und Weise in Textform mitzuteilen, und zwar
    ...
    2.bei sonstigen Dienstleistungen und bei der Lieferung von Waren alsbald, spätestens bis zur vollständigen Erfüllung des Vertrags, bei Waren spätestens bis zur Lieferung an den Verbraucher.
    Folgende Punkte sind dabei relevant:
    - Information an den Verbraucher
    - vor endgültiger Erfüllung (Lieferung der Waren)
    Gesetzölich ist aber nicht festgelegt, dass damit das Angebot des Käufers angenommen ist.

    Vielleicht nochmal kurz zum Ablauf des Vertragsschlusses im Internet:
    Die Webseite ist eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots an den Kunden. Mit der Bestellung gibt der Kunde ein Angebot ab mit dem Inhalt, die ausgewählten Waren zu den angegebenen Konditionen (Preis, Lieferung, i.d.R. Vorauszahlung) zu kaufen. Nach Abgabe dieses Angebots ist der Verkäufer verpflichtet, die Informationen (siehe oben) dem Käufer zukommen zu lassen.
    Jetzt kann der Verkäufer das Angebot annehmen oder auch nicht. Den Zeitpunkt und die Art und Weise der Annahme kann der Verkäufer (im Rahmen der gesetzlichen bestimmungen) selbst bestimmen. Erst mit der Annahme des Angebots kommt der Vertrag zustande.
    Nimmt er nicht an, gibt es keinen Vertrag. Allerdings ist eine Nichtannahme nicht ganz so einfach, da ein vertrauensschutz des Käufers entstanden sein kann. Das Thema ist aber ein weiteres und soll hier nicht ausgebreitet werden
    Eine dritte (eher seltene) Variante ist, dass der Verkäufer anstelle der Annahme neue Bedingungen stellt oder (z.B. Änderung der Versandart ...). Dann ist es so, dass der Verkäufer ein neues Angebot gemacht hat und der Käufer dieses Angebot annehemen müsste.

    Dann versteh ich aber nicht, warum der Verkäufer da schon seine Kontodaten, die genaue Artikelbezeichnung und den Preis usw. mit angibt.
    Weil er a) dazu verpflichtet ist (alle erforderlichen Informationen) und b) der Vertrag eben an die Bedingung der Vorauszahlung geknüoft ist. Ohne Erfüllung einer solchen Bedingung kann kein Vertrag zustande kommen.
    Damit denke ich doch schon, dass der Vertrag zustande gekommen ist.
    Falsche Denke.
    Es stand ja sogar schon drin, dass der Artikel nach Eingang des Geldes innerhalb von 2-4 Tagen versendet wird...
    Und? Auch das ist nur eine Information.
    Von anderen Onlinehändlern bei denen ich schonmal was bestellt habe, bekam ich direkt nach der Bestellung eine email ala "Vielen Dank für Ihre Bestellung, wir werden Ihre Bestellung so schnell wie möglich bearbeiten"....
    Das ist genauso eine Information. Wie die zu formulieren ist, ist gesetzlich nicht festgelegt.
    Ich denke halt, dass der Verkäufer, wenn der Preis denn richtig gewesen wäre, keine weitere email an mich verschickt hätte.
    Er ist verpflichtet, die o.g. Infoprmationen zu senden. Das hat mit dem Preis nichts zu tun und erfolgt in der Regel automatisiert (was auch zulässig ist). Und dann hätte er sich bei richtigem Preis selbstverständlich nicht mehr melden müssen, warum auch?
    Er hat meiner Meinung nach den Vertrag durch seine email angenommen
    Falsch. Siehe oben.
    innerhalb dieser aber ein Zustandekommen des Vertrages über seine AGBs wieder ausgeschlossen.
    Nein. Die AGB regeln, wann eine Annahme durch den verkäufer erfolgt. Und im Beispiel erfolgte diese aber noch nicht.
    Das kann doch irgendwie nicht sein..
    Auch wenn das Kaufrecht sehr käuferfreundlich ist, ganz so nach gut Dünken ist es nun doch nicht. Es gibt klare Regeln, die eigentlich jedem, der online etwas kauft, bekannt sein sollten. Ich finde es immer wieder traurig, dass die Käufer ihr Widerrufsrecht zwar im Schlaf herbeten können, aber vom eigentlichen Vertragsschluss nicht den geringsten Schimmer haben. Also eben nur das wissen, was für sie günstig ist ...
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

  6. Neuer Benutzer
    Registriert seit
    10.11.2009
    Beiträge
    3
    Standard AW: Betsellung in Onlineshop und dann falscher Preis?
    Man kann ja nicht alles wissen. Darum gibt es doch solche Foren.

    Aber trotzdem Dankeschön. Indem Fall habe ich wohl doch kein Glück mit meinem Megaschnäppchen..

    Wäre auch zu schön gewesen

  7. Erfahrener Benutzer
    Registriert seit
    26.03.2007
    Beiträge
    8.430
    Standard AW: Betsellung in Onlineshop und dann falscher Preis?
    Man kann ja nicht alles wissen. Darum gibt es doch solche Foren.
    Weiß ich ja - war ja auch nicht negativ gemeint. Das Problem ist nur: Wer am Straßenverkehr teilnimmt, sollte die Vorfahrtsregeln kennen - wer am Internet teilnimmt, auch da die wichtigsten Regeln.
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

  8. Erfahrener Benutzer
    Registriert seit
    26.07.2007
    Beiträge
    1.867
    Standard AW: Betsellung in Onlineshop und dann falscher Preis?
    Bezüglich der Vorauszahlung:
    Ich schicke das Angebot ab -> erhalte Bestätigung | normal ist jetzt ja noch keine Forderung an mich gegangen den Kaufpreis zu zahlen und aufgrund des Kaufvertrages bin ich ja auch nicht dazu verpflichtet etwas zu überweisen (der ist ja noch nicht zustande gekommen).
    Normal müsste ich doch erstmal warten, bis ich die Annahmeerklärung bekomme und auch eine Rechnung, die ich dann, aber auch nur dann erst begleiche.
    Ich kann mit meinen Beiträgen nur einen Ausschnitt des Rechts abdecken und auch nur meine eigene Position aufzeigen. Im Recht hängt viel von Argumentation ab. Ich bitte daher zu beachten, dass meine Beiträge keinen anwaltlichen Rat ersetzen können.

  9. Erfahrener Benutzer
    Registriert seit
    26.03.2007
    Beiträge
    8.430
    Standard AW: Betsellung in Onlineshop und dann falscher Preis?
    Ich schicke das Angebot ab -> erhalte Bestätigung | normal ist jetzt ja noch keine Forderung an mich gegangen den Kaufpreis zu zahlen
    Hier ist dein Denkfehler. Die Aufforderung zur Abgabe des Angebots (also die Webseite) hat eine Bedingung: Vorauszahlung. Mitr der Abgabe des Angebots durch den Käufer nimmt dieser diese Bedingung an. Und somit kann der Vertrag erst zustande kommen, wenn die Bedingung erfüllt ist -> bezahlung erfüllt ist. Im Gesetz steht das so:
    BGB § 158 Aufschiebende und auflösende Bedingung
    (1) Wird ein Rechtsgeschäft unter einer aufschiebenden Bedingung vorgenommen, so tritt die von der Bedingung abhängig gemachte Wirkung mit dem Eintritt der Bedingung ein.
    aufgrund des Kaufvertrages bin ich ja auch nicht dazu verpflichtet etwas zu überweisen (der ist ja noch nicht zustande gekommen).
    Weil sich die Pflicht zur Zahlugn auch nicht aus dem Kaufvertrag ergibt, sondern eine Bedingung darstellt, unter der der Vertrag erst zustande kommen kann.
    Normal müsste ich doch erstmal warten, bis ich die Annahmeerklärung bekomme und auch eine Rechnung, die ich dann, aber auch nur dann erst begleiche.
    Eben nicht.
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

  10. Erfahrener Benutzer
    Registriert seit
    26.07.2007
    Beiträge
    1.867
    Standard AW: Betsellung in Onlineshop und dann falscher Preis?
    Ho, das (aufschiebene Wirkung und Bedingungen) war heute Thema in der Vorlesung *g*.
    Also ich hab Vorkasse immer so verstanden, dass das Geld überwiesen wird und erst nach Eingang die Ware losgeschickt wird. Nicht, dass es eine Bedingungen für den Vertragsschluss ist, sondern zur Übersendung der Ware.

    Du hast ja auch 158 BGB zitiert.
    Wird ein Rechtsgeschäft (unser bestehender Vertrag) unter einer aufschiebenden Bedingung (Vorkasse) vorgenommen, so tritt die von der Bedingung (Vorkasse) abhängig gemachte Wirkung (Übersendung / Übereignung der Ware)) mit dem Eintritt der Bedingung (Zahlung eingegangen) ein.
    Ich kann mit meinen Beiträgen nur einen Ausschnitt des Rechts abdecken und auch nur meine eigene Position aufzeigen. Im Recht hängt viel von Argumentation ab. Ich bitte daher zu beachten, dass meine Beiträge keinen anwaltlichen Rat ersetzen können.

  11. Erfahrener Benutzer
    Registriert seit
    26.03.2007
    Beiträge
    8.430
    Standard AW: Betsellung in Onlineshop und dann falscher Preis?
    Ist ja auch richtig. Und hier nochmal deine Interpretation
    Wird ein Rechtsgeschäft (unser bestehender Vertrag) unter einer aufschiebenden Bedingung (Vorkasse) vorgenommen ...
    Der Vertrag wird also auch erst rechtskräftig bei Eintreten der Bedingung. Aus was sollte sich die Folge (Übersendung) sonst ergeben
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

  12. Erfahrener Benutzer
    Registriert seit
    26.07.2007
    Beiträge
    1.867
    Standard AW: Betsellung in Onlineshop und dann falscher Preis?
    Na ich sag der Vetrag besteht, bloß der die Übereignung der Ware kommt halt erst später.

    Ein Kaufvertrag ist ja ein Verpflichtungsgeschäft, aus dem zwei Verfügungsgeschäfte (1. Übereignung der Ware 2) Übereignung des Geldes) folgen. Bei diesem Fall hier (alles meine Meinung) ist 1) Übereignung der Ware an die Bedigung geknüpft, dass 2) die Übereignung des Geldes (ja bei Überweisung ist es keine Übereignung, aber passt schon, tun wir so) vorher stattfindet.
    Solang der Käufer also nix zahlt, braucht der Käufer die Ware auch nicht losschicken; natürlich hat der Verkäufer dann Anspruch auf Erfüllung des Kaufvertrages.

    Sonst würde ich ja Geld überweisen ohne, dass es dafür irgendeinen rechtlichen Grund gäbe. Eine Schenkung wärs ja dann...
    Ich kann mit meinen Beiträgen nur einen Ausschnitt des Rechts abdecken und auch nur meine eigene Position aufzeigen. Im Recht hängt viel von Argumentation ab. Ich bitte daher zu beachten, dass meine Beiträge keinen anwaltlichen Rat ersetzen können.

  13. Erfahrener Benutzer
    Registriert seit
    26.03.2007
    Beiträge
    8.430
    Standard AW: Betsellung in Onlineshop und dann falscher Preis?
    Solang der Käufer also nix zahlt, braucht der Käufer die Ware auch nicht losschicken; natürlich hat der Verkäufer dann Anspruch auf Erfüllung des Kaufvertrages.
    Na ja, solange der Käufer nicht zahlt, ist die Bedingung nicht erfüllt. Und solange ist der Vertrag nicht abgeschlossen, da die Annahme ja erst mit Versand erfolgt
    Hattest du schon die "vorvertraglichen Pflichten" ? - ich glaube hieraus kann man das am besten ableiten.
    Einig sind wir uns, glaub ich, aber über die aufschiebende Bedingung, die die Überweisung des Kunden darstellt.
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

  14. Erfahrener Benutzer
    Registriert seit
    26.07.2007
    Beiträge
    1.867
    Standard AW: Betsellung in Onlineshop und dann falscher Preis?
    Zitat Zitat von aaky Beitrag anzeigen
    da die Annahme ja erst mit Versand erfolgt
    Villeicht reden wir auch einfach von verschiedenen Arten. Kann ja jeder machen wie er will. Bei mir wäre die Annahmeerklärung die (zweite und auch so gekennzeichnete) Mail.

    Ich hab grad bei nem Shop, bei dem ich gern einkaufe nachgelesen, und dort wurde in den AGB etwa vermerkt, dass der Vertrag entweder durch schriftliche* Annahme erfolgt oder konkludent durch Zusendung.

    *: wobei schrifltich ja eigentlich nicht per Mail zählt, das wäre ja Textform.
    [bei diesem Shop - das sehe ich jetzt - gibt es aber auch nur eine Eingangsbestätigung, in der die Preise aufgeführt sind].

    Ich kann mir aber immer noch irgendwie nicht vorstellen, dass ich Geld überweise, ohne eine Forderung oder etwas bekommen zu haben. Hier in der Mail steht etwa noch nicht mal drin, dass ich das Geld überweisen soll..

    Vorvertragliche Pflichten hatten wir noch nicht.
    Ich mach mir dazu jetzt auf jeden Fall noch mal ausführlich Gedanken.
    Ich kann mit meinen Beiträgen nur einen Ausschnitt des Rechts abdecken und auch nur meine eigene Position aufzeigen. Im Recht hängt viel von Argumentation ab. Ich bitte daher zu beachten, dass meine Beiträge keinen anwaltlichen Rat ersetzen können.

  15. Erfahrener Benutzer
    Registriert seit
    26.03.2007
    Beiträge
    8.430
    Standard AW: Betsellung in Onlineshop und dann falscher Preis?
    Villeicht reden wir auch einfach von verschiedenen Arten. Kann ja jeder machen wie er will. Bei mir wäre die Annahmeerklärung die (zweite und auch so gekennzeichnete) Mail.
    Ich geh von der Ausgangsfrage und den dortigen Fakten aus
    Die Erklärung der Annahme des Vertragsangebotes
    erfolgt durch die Auslieferung der Ware
    oder eine ausdrückliche Annahmeerklärung.
    Und da der Vertrag erst mit der Annahme zustande kommt ...
    Ich hab grad bei nem Shop, bei dem ich gern einkaufe nachgelesen, und dort wurde in den AGB etwa vermerkt, dass der Vertrag entweder durch schriftliche* Annahme erfolgt oder konkludent durch Zusendung.

    *: wobei schrifltich ja eigentlich nicht per Mail zählt, das wäre ja Textform.
    Es gibt auch die elektronische Form (§ 126a BGB) die der Schriftform gleichgestellt ist, nur da bedarf es der Signatur Nur als kleine Ergänzung.
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

  16. Neuer Benutzer
    Registriert seit
    19.11.2009
    Beiträge
    4
    Standard AW: Betsellung in Onlineshop und dann falscher Preis?
    Wie schaut das Ganze denn aus, wenn man in einem Online Shop per Sofortüberweisung bezahlt hat (einen viel zu niedrigen Preis) und die Ware dann auch wirklich geliefert wurde? Zudem ist die Seite auf der offiziellen Homepage des Verkäufers nicht zu finden, sondern man ist über "Google" drauf gestossen und hat probehalber mal "in den Warenkorb" gedrückt und die ganze Bestellprozedur durchlaufen.

    Ist man nun in irgendeiner Form verpflichtet, den Verkäufer über seinen Fehler zu informieren und die Ware wieder zurück zu schicken? Vor allem wo diese fehlerhafte Seite immer noch im I-Net zu finden ist.

    Kann der Verkäufer die Ware nachträglich zurückfordern?

  17. Erfahrener Benutzer
    Registriert seit
    26.07.2007
    Beiträge
    1.867
    Standard AW: Betsellung in Onlineshop und dann falscher Preis?
    Wenn die Ware geliefert wurde, ist in den meisten Fällen der Vertrag zustande gekommen; dazu sind die AGB des Händer zu konsultieren.

    Eine Anfrechtung nach § 119 BGB wäre möglicherweise möglich; Problem sehe ich hier, da der Irrtum ja vermeidbar gewesen wär; aber kp.
    Ich kann mit meinen Beiträgen nur einen Ausschnitt des Rechts abdecken und auch nur meine eigene Position aufzeigen. Im Recht hängt viel von Argumentation ab. Ich bitte daher zu beachten, dass meine Beiträge keinen anwaltlichen Rat ersetzen können.

  18. Neuer Benutzer
    Registriert seit
    19.11.2009
    Beiträge
    4
    Standard AW: Betsellung in Onlineshop und dann falscher Preis?
    Erst mal Danke für die Antwort.

    Ich habe zu diesem Thema ein bisschen herumgesucht und bin in einem anderen Thread auf diese Aussage gestossen:

    Zitat Zitat von Styx Beitrag anzeigen
    Wird die Ware dennoch zugeschickt oder in Rechnung gestellt, sieht das schon wieder anders aus. Dann könnte der Verkäufer aber noch aufgr. Irrtum m.E. anfechten, da ein Erklärungsirrtum vorlag, da er sich z.B. bei der Eingabe im CMS des Shops vertippt hatte. Dieser Fehler ist soweit nicht aufgefallen, was man z.B. mit der Menge an Artikeln begründen könnte. Fällt der Fehler erst beim Blick auf den Kontoauszug für eingehende Zahlungen auf, da nicht selten alles andere voll automatisiert stattfindet, so kann er anfechten, da erst jetzt der Fehler aufgefallen ist. Dabei sollte er sich auch keine Zeit lassen, sondern unverzüglich vorgehen.
    Das bedeutet also demnach, dass der Verkäufer die Ware auch nach Auslieferung noch zurück fordern kann.

    Da stellt sich nun die Frage, wie lange man darauf warten muss, ob der Verkäufer seinen Irrtum bemerkt.

    Wird die Ware ausgepackt und verwendet, verliert sie natürlich an Wert. Es stehen dazu diverse Hinweise des Verkäufers (davon ausgehend, dass der Kunde widerruft), welcher Prozentsatz vom Verkaufspreis bei Widerruf zurückerstattet wird (je nach Abnützung der Ware).

    Was ist nun, wenn der Verkäufer widerruft (oder den vollen Verkaufspreis fordert) und die Ware schon "gebraucht" wurde? Vor allem davon ausgehend, dass man die Ware zum "Normalpreis" gar nicht gekauft hätte, weil zu teuer.

  19. Erfahrener Benutzer
    Registriert seit
    26.03.2007
    Beiträge
    8.430
    Standard AW: Betsellung in Onlineshop und dann falscher Preis?
    Da stellt sich nun die Frage, wie lange man darauf warten muss, ob der Verkäufer seinen Irrtum bemerkt.
    Das muss man immer im Einzelfall sehen. Hier gibt es keine gesetzlichen Fristen, lediglich die unbestimmten Rechtsbegriffe "unverzüglich" und "ohne schuldhaftes Zögern". Man kann also davon ausgehen, dass der Zeitpunkt, an dem es der Verkäufer hätte merken können, der späteste ist. Wann das ist, ist aber immer vom konkreten Vertrag abhängig. Wenn man sich nicht einigen kann., landet sowas eben vor Gericht und ein unparteiischer Dritter (Richter) entscheidet dann. Dafür sind sie da.
    Was ist nun, wenn der Verkäufer widerruft (oder den vollen Verkaufspreis fordert) und die Ware schon "gebraucht" wurde? Vor allem davon ausgehend, dass man die Ware zum "Normalpreis" gar nicht gekauft hätte, weil zu teuer.
    Der Verkäufer widerruft nicht, er fechtet an Ist rechtlich insofern relevant, dass hier andere Rechtsfolgen entstehen. Bei einer Anfechtung wird der Vertrag nichtig, die Regelungen mit Wertersatz kommen dann also gar nicht zum Tragen. Andererseits kann natürlich eine Wertersatzpflicht entstehen, wenn der Gegenstand nicht "bestimmungsgemäß" gebraucht wurde (wer ein Handy zum Öffnen von Flaschen verwendet muss damit rechnen, dass entsprechende Macken als Wertverlust angerechnet werden, normale Gebrauchsspuren, weil man es in einer Tasche trägt allerdings nicht). Die Abnutzung könnte der Verkäufer zwar auch geltend machen, wenn er rechtzeitig reagiert hat (siehe oben), im Gegenzug kann der Käufer Schadensersatz wegen Vertrauen in den Vertrag geltend machen. Das dürfte dem Verkäufer also nichts bringen.
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

  20. Neuer Benutzer
    Registriert seit
    19.11.2009
    Beiträge
    4
    Standard AW: Betsellung in Onlineshop und dann falscher Preis?
    Noch eine Frage zu dem Thema:

    Ist der Käufer in irgendeiner Form verpflichtet den Händler zu informieren, dass der angegebene Preis für die Ware zu niedrig war und der Händler sich offensichtlich geirrt hatte? Oder muss der Händler selbst darauf kommen?

  21. Erfahrener Benutzer
    Registriert seit
    26.03.2007
    Beiträge
    8.430
    Standard AW: Betsellung in Onlineshop und dann falscher Preis?
    Kommt meiner Meinung nach darauf an, das Gesetz sagt zu dem Thema meines Wissens aber nichts.

    Hier gilt wohl die "gute Sitten" Klausel. Wenn es wirklich extrem offensichtlich ist und nicht üblich, dann könnte eine "Verpflichtung" schon bestehen - zumindest könnte das Gericht in einem Streitfall das als Faktor bei der Beurteilung berücksichtigen.
    Ist es aber in einem Shop o.ä., wo 1 € Artikel üblich sind muss der Käufer nicht damit rechnen, das es sich um einen Fehler handelt ...

    Aber eigentlich stellt sich die Frage gar nicht. Denn wenn es der Verkäufer nicht merkt oder so wollte (was ja durchaus auch sein kann ), gibt es ja auch kein Problem. Der Käufer ist zufrieden mit der Ware, der Verkäufer zufrieden damit, das er die Ware verkauft hat ...
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

  22. Neuer Benutzer
    Registriert seit
    19.11.2009
    Beiträge
    4
    Standard AW: Betsellung in Onlineshop und dann falscher Preis?
    Mit dem "offensichtlich" ist es so eine Sache.

    Die Produktkategorie interessiert mich erst seit kurzem. Ich habe zwar sicher schon Flugblätter bekommen, auf denen Angebote zu finden waren, dies aber bisher überblättert, weil es mich nicht interessiert hat. Nachdem sich bei mir nun doch Interesse an der betreffenden Produktkategorie entwickelt hat, habe ich mir Infos zu den verschiedenen Modellen im Internet (wiki) gesucht, bei denen aber keine Preisangabe stand. Für mich selbst habe ich mir einen Preis festgelegt, den ich zu zahlen bereit wäre und bin dann mit google auf die Suche nach günstigen Angeboten gegangen. Dabei stiess ich ziemlich schnell auf die betreffende Seite des Shops. Nachdem hier meine Wunsch-Preisvorstellung unterboten war, habe ich sofort bestellt. Erst später habe ich dann weiter Preise verglichen und bin eben drauf gekommen, dass der Preis viel zu niedrig sein musste.

    Ich habe übrigens am Sonntag mittels einem Kontaktformular auf der Homepage den Produktmanager über die Sachlage informiert und um Kontaktaufnahme gebeten. Bisher kam aber keine Reaktion und die Seite mit dem "Schnäppchenpreis" ist auch immer noch im Netz zu finden.

  23. Smille09
    Smille09 ist offline
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    10.12.2013
    Beiträge
    1
    Standard AW: Betsellung in Onlineshop und dann falscher Preis?
    Hallo,
    ich habe bei einer Onlineshop ein kinder-hochbett für 99,99 Euro bestellt und bezahlt.
    Zuerst habe ich eine Automatische Empfangsbestätigung bekommen;

    "Wir freuen uns, dass Sie auf Ihrer Entdeckungsreise durch die ... Modewelt Ihre zukünftigen Lieblingsstücke gefunden haben.

    "Bestimmt können sie es kaum erwarten, ihrer Bestellung in den Händen zu halten. Deshalb informieren wir sie per E-mail, sobald ihre Bestellung unser Logistikzentrum verlassen hat."

    Dann kommt die Bestellübersicht, Bezalung und Lieferadresse.


    2 Tage später kommt eine Email: -

    "Leder müssen wie Ihnen mitteilen, das wir die o.g. Bestellung auf Grund von einem Preisfehler stornieren müssen."
    Selbstverständlich steht ihnen der Artikel in unserem Onlineshop wieder zu einem richtigen Preis in Höhe von 399,99 zu Verfügung."

    Wie sieht das nun rechtlich aus? Sind die verpfligtig mir den Artikel für 99,99 Euro zu liefern?

    Mfg Mette Beck

Ähnliche Themen
  1. Von time im Forum E-Commerce
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 20.01.2014, 19:16
  2. Von blaukraut im Forum Mehr Onlinerecht
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 10.04.2013, 23:51
  3. Von Hanz im Forum E-Commerce
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 09.04.2013, 08:44
  4. Von procell im Forum Mehr Onlinerecht
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 04.10.2012, 22:58
  5. Von kaffee73 im Forum Mehr Onlinerecht
    Antworten: 8
    Letzter Beitrag: 06.03.2012, 10:01
  6. Von Bunnychecker im Forum E-Commerce
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 27.05.2011, 16:11
  7. Von dlx1989 im Forum E-Commerce
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 27.11.2010, 14:55
  8. Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 18.07.2010, 18:08
  9. Von kbot im Forum Strafrecht & Internet
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 13.09.2009, 12:02
  10. Von TinaT im Forum Onlineauktionen
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 27.07.2009, 14:07
  11. Von AM_Online im Forum Onlineauktionen
    Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 15.01.2009, 16:45
  12. Von Unregistriert im Forum E-Commerce
    Antworten: 10
    Letzter Beitrag: 19.08.2008, 15:29
  13. Von Finky im Forum Filesharing & Streaming
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 06.07.2008, 22:12
Berechtigungen
  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •