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Anzeige wegen eines "Scherzes"

  1. Anonymous
    Anonymous ist offline
    Erfahrener Benutzer
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    Standard Anzeige wegen eines "Scherzes"
    Wie wäre es wenn...

    man strikt gegen Kindesmissbrauch und sich selbst auf die Suche nach solch perversen Schweinen macht.
    Im Internet Chat gibt man vor man hätte 2 Mädchen unter 13 "anzubieten" die man natürlich nicht hat.

    Dies zeigt dann ein Mitchatter bei der Polizei an. Was ich super fände, dass sich Leute trauen sowas anzuzeigen und nicht weggucken.

    Nun ruft die Kripo an und man müsste auf der Wache andackeln und Stellung dazu nehmen. Dort müsste man auch Arbeitgeber in die Anzeige eintragen. Der Polizist meint dadurch wird das Verfahren eher eingestellt. Er meint dass er eh glaubt dass der Staatsanwalt das Verfahren einstellt da es sich ja um was fiktives handelt.

    Meine Fragen:

    Was kann einem passieren? (Hat Jemand zufällig schon selbiges erlebt?)
    Wird das Verfahren tatsächlich eingestellt oder geht es vors Gericht?
    Wozu die Angabe des Arbeitgebers in der Anzeige?

    Bitte um Antworten.

  2. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Anzeige wegen eines "Scherzes"
    Hmm... . Schwierig. Die Person hat vorgetäuscht, einen mit Strafe bedrohten Erfolg/Versuch verwirklichen zu wollen. Vortäscuhen einer Straftat sollte das allerdings nicht sein.

    Ansonsten hat er nichts unrechtes getan. Die Staatsanwaltschaft wird somit das Verfahren einstellen, da zwar ein Verdacht bestand jedoch keine Beweise (sollte das auch so sein) gefunden werden konnten.

    Was das mit der Täuschung auf sich hat - James Jack aaky weiß es!

  3. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Anzeige wegen eines "Scherzes"
    Tatbestandsmerkmale von Kinderhandel ist ja nun nicht gegeben. 145d scheidet ja wohl daran, dass nichts gegenüber einer Behörde vorgetäuscht wurde.

    Aber auch wenn so ein Verhalten nicht strafbar sein sollte, so finde ich es rechtsethisch dennoch nicht vertretbar. Vor allem, da man selbst wohl dann, wenn tatsächlich einer anbeist, in einer dummen Situation ist...
    Ich kann mit meinen Beiträgen nur einen Ausschnitt des Rechts abdecken und auch nur meine eigene Position aufzeigen. Im Recht hängt viel von Argumentation ab. Ich bitte daher zu beachten, dass meine Beiträge keinen anwaltlichen Rat ersetzen können.

  4. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Anzeige wegen eines "Scherzes"
    Man könnte es als Anstiftung zu einer Straftat werten, da dem Gegenüber nicht bekannt ist, dass es sich um eine Falle handelt. Er also somit davon ausgehen kann, mit Hilfe des "Anbieters" eine Straftat begehen zu können. Anstiftung ist auch strafbar. Und das sollte meines Wissens auch passieren, denn Selbstjustiz kann und darf nicht erlaubt werden.
    Das Beispiel ist vielleicht etwas krass, aber ein anderer macht es mit Ladendiebstahl ... Wo kommen wir dann hin, wenn dadurch plötzlich alle Kinder kriminalisiert werden, nur weil sie der Versuchung nicht widerstehen können. Ich will die genannte Zielgruppe nicht mit Kindern gleichsetzen, aber das geistige Niveau ist bekanntermaßen ja noch um einiges niedriger.

    Und wo keine Möglichkeit, da keine Straftat. Das fiktive Schaffen solcher Möglichkeiten begünstigt Straftaten. Mehr muss man dazu nicht sagen.

    Wer wirklich etwas sinnvolles dagegen unetrnehmen will, tut sich mit den Ermittlern zusammen und unterstützt sie. Und verschafft ihnen nicht zusätzliche unnütze Arbeit. Die Zeit und die Ressourcen, die für die Untersuchung des fiktiven Falls verwendet wurde, fehlt bei der Aufklärung einer tatsächlichen Straftat. Damit rutscht einer durch Netz, und ein Kind mehr muss leiden. Damit hat man dann dank seiner "genialen" Schwachsinnsidee genau das Gegenteil erreicht. Solchen Menschen kann ich nur zurufen: "Danke, du Blödmann, schalt endlich dein Hirn ein"

    Ach ja, zum Thema Arbeitgeber: da es Arbeiten gibt, wo man mit der Anstiftung zu solchen Straftaten zum Glück seinen Hut nehmen darf (Erzieher, Lehrer ...) und diese Berufsgruppen beim Vorhandensein entsprechender krimineller Energien die Möglichkeiten dazu haben, sehe ich die Angabe des Arbeitgebers als zwingend erforderlich. Und selbst wenn es ein anderer Beruf ist, ein Arbeitgeber hat meiner Meinung nach ein Recht zu erfahren, wenn seine Arbeitnehmer zu Straftaten anstiften.
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

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